Ärzte Zeitung, 07.03.2012

Hirntumor-Risiko durch das Herzkatheterlabor?

HAIFA (ob). Sind interventionelle Kardiologen und Radiologen aufgrund der Strahlenexposition im Herzkatheterlabor einem erhöhten Risiko für Hirntumoren ausgesetzt? Eindeutige Belege für einen solchen Zusammenhang gibt es nicht. Aber es finden sich erste Verdachtsmomente.

Forscher aus Israel und Frankreich haben jetzt einen Bericht veröffentlicht, in dem vier neue Fälle von linksseitig lokalisierten Hirntumoren aufgelistet werden, die alle bei langfristig im Herz katheterlabor tätigen Kardiologen aus Haifa und Paris aufgetreten sind (EuroIntervention 2012; 7: 1081).

Die Gruppe um Dr. Ariel Roguin aus Haifa berichtet zudem über fünf bereits aus der Literatur bekannte Hirntumor-Erkrankungen bei zwei Kardiologen und drei interventionellen Radiologen in Kanada und Schweden.

Möglich ist, dass die Tumorerkrankungen in keiner Beziehung zur beruflichen Strahlenexposition stehen, räumen die Autoren ein. Allerdings erscheine ein Zusammenhang, vermittelt über eine initiale DNA-Schädigung, biologisch plausibel.

Roguin und seine Kollegen möchten mit ihrer Veröffentlichung einen Anstoß geben, dass das Problem möglicher Gesundheitsschäden durch Strahlenexposition künftig stärkere Beachtung findet.

Derzeit sei die Datenlage äußerst limitiert. Die Gruppe hofft nun auf Reaktionen und Informationen aus dem Kollegenkreis, um sich auf Basis höherer Fallzahlen ein genaueres Bild vom möglichen Tumorrisiko machen zu können.

Topics
Schlagworte
ZNS-Tumoren/Hirntumor (189)
Krankheiten
Hirntumor (187)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Versorgung psychisch kranker Kinder ist ein Flickenteppich

Der Trend bei den psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ist stabil. Eine einheitliche Versorgungslandschaft besteht in Deutschland aber nach wie vor nicht. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »