Ärzte Zeitung, 07.12.2015

Neurologie

Warum entarten Hirntumoren?

Forscher haben charakteristische Erbgutveränderungen entschlüsselt, die dazu führen, dass Gliome bösartig werden.

BONN. Viele Gliome werden nach einer Phase des langsamen Wachstums bösartig. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte die molekularbiologischen Veränderungen entschlüsseln, die zu dieser gefährlichen Verwandlung der Tumorzellen führen (Nat Genet 2015; online 30. November).

Die Wissenschaftler untersuchten Tumorproben von 41 Patienten, bei denen ein Gliom mit einer IDH1-Gen-Mutation operiert worden war, heißt es in einer Mitteilung der Uniklinik Bonn.

Von denselben Patienten waren auch Proben verfügbar, die mehrere Jahre später bei weiteren Operationen entnommen wurden und damit das bösartige Stadium der wiederkehrenden Gliome repräsentierten. Darüber hinaus konnten von 20 Patienten auch Blutproben genutzt werden.

Die Forscher fanden in den wiederkehrenden und dann umso rasanter fortschreitenden Tumoren zahlreiche für das jeweilige Stadium charakteristische Veränderungen im Erbgut, heißt es weiter.

Teils waren sie auch darauf zurückzuführen, dass die Krebszellen bestimmte Gene an- oder abschalteten oder die Genaktivität hoch- oder herunterregulierten.

Durch den Vergleich der genetischen Landkarten der Gliome im anfänglichen und späteren Stadium konnte das Team grundlegende molekulare Mechanismen entschlüsseln, die für das Fortschreiten und die zunehmende Gefährlichkeit von Gliomen verantwortlich sind. (eb)

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