Forschung und Praxis, 28.10.2005

Star in Stockholm: Helicobacter pylori

Erlangt dieses Jahr große Aufmerksamkeit: Der drei Tausendstel Millimeter kleine Magenkeim Helicobacter pylori. Foto: Altana / Abbott

Manchmal ist es Kollege Zufall oder ein Versehen, daß Forscher zu neuen Erkenntnissen kommen. So auch bei den Australiern Barry Marshall und Robin Warren, den diesjährigen Nobelpreisträgern für Medizin.

Lange Zeit wurden sie verlacht und nicht ernst genommen, wegen ihrer Theorie, daß Magengeschwüre nicht durch Streß oder ungesundes Essen ausgelöst werden, sondern durch den Magenkeim Helicobacter pylori.

Den Beweis dieser Theorie blieben sie allerdings lange Zeit schuldig, da sich der Keim nicht anzüchten ließ - bis 1982 eine Kultur im Labor länger liegen blieb, weil das Laborpersonal in den Osterferien war.

Die so gelungene Keimvermehrung war der Startschuß für Patientenstudien und auch für Selbstversuche: Marshall schluckt größere Mengen des Bakteriums und erkrankt dann auch prompt an einer Gastritis.

Der Einsatz hat sich gelohnt: Es konnten erfolgreiche Antibiotika-Therapien entwickelt werden. Dadurch sind seither Millionen Menschen von einem Ulkus geheilt worden, und die Medizinbücher mußten umgeschrieben werden.(otc)

Lesen Sie dazu auch:
Überarbeitete H.-pylori-Leitlinien erweitern Indikationsspektrum für Eradikation

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