Ärzte Zeitung, 21.01.2010

Pilze im Darm - harmlos oder schädlich?

Ob der Nachweis von Pilzen im Darm mit dem Auftreten von Erkrankungen wie einem Reizdarm in einem ursächlichen Zusammenhang steht, wird seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Ebenso, ob bei positivem Pilznachweis therapeutische Maßnahmen notwendig sind. Eine Übersichtsarbeit kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass die Eradikation von Darmpilzen nur bei klarer Indikationsstellung indiziert ist.

Bei etwa 70 Prozent aller gesunder Erwachsener sind in allen Magen-Darm-Abschnitten Pilze - meist Vertreter der Gattung Candida - nachweisbar. Diese sind unschädlich, so lange die physiologische Darmflora intakt ist und ein funktionierendes Immunsystem existiert. Aus dem Gleichgewicht geraten kann das System zum Beispiel nach Antibiotikagabe oder bei einem Defizit bestimmter immunologischer Parameter. Für Pilzinfektionen anfällig sind vor allem Patienten, die sehr jung, sehr alt und sehr krank sind. (otc)

Dtsch Ärztebl Int, 106 (51-51), 2009, 837

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Frauen leben länger, Männer glücklicher

Frauen haben in allen europäischen Ländern eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer, die zusätzlichen Jahre bescheren ihnen jedoch selten Freude. mehr »

So gefährlich sind Krampfadern

Krampfadern sollten nicht nur als kosmetisches Problem angesehen werden. Auch wenn die Varizen keine Beschwerden verursachen, bergen sie gesundheitliche Gefahren. mehr »

Die Macht der Position

Sexismus im medizinischen Alltag: Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler bricht hier eine Lanze für die Männer. Diskriminierung kennt sie - geschlechtsunabhängig - eher durch einen anderen Faktor. mehr »