Ärzte Zeitung online, 24.02.2010

Patienten mit chronischer Pankreatitis für Studie gesucht

HEIDELBERG (eb). Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg untersucht in einer Studie zwei etablierte Operationsverfahren bei Pankreatitis. Bei der sogenannten "ChroPac"-Studie werden gleichwertige Verfahren verglichen, um herauszufinden, welche Methode den Patienten langfristig eine bessere Lebensqualität bringt.

Auslöser einer chronischen Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) sind Abflussstörungen des Verdauungssaftes, die dauerhaft nur durch eine Operation beseitigt werden können. Es gibt zwei gängige Operationsverfahren: Bei der Whipple Operation werden neben dem entzündeten Kopf der Bauchspeicheldrüse auch Teile des Zwölffingerdarms und des Magens, die Gallenblase und ein Teil des Gallenganges entfernt.

In dem zweiten Verfahren bleiben Magen und Zwölffingerdarm erhalten. Der Bauchspeicheldrüsenkopf wird ausgeschält und die Verengungen am Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang werden beseitigt. Beide Verfahren sind gleichwertige Operationsmethoden mit vergleichbaren Risiken und Nebenwirkungen. Bisher ist jedoch nicht bekannt, welche Methode langfristig bessere Ergebnisse zeigt und den Patienten damit eine höhere Lebensqualität bietet.

Insgesamt sollen 200 Patienten untersucht werden. Das Los entscheidet, welches Operationsverfahren angewendet wird. Nach der Op wissen weder der weiter behandelnde Arzt noch der Patient, wie operiert wurde. Alle Patienten werden über zwei Jahre nachuntersucht.

Neben der Uniklinik Heidelberg nehmen zwölf weitere Kliniken im In- und Ausland an der Untersuchung teil. Professor Christoph Seiler, Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg, leitet die Studie. Im Mai 2009 ist die europäische "ChroPac"- Studie des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg gestartet.

Interessierte, nicht voroperierte Patienten können sich unter der Telefonnummer 06221 / 56-37728 über die für Sie nächstgelegene Klinik informieren.

Weitere Informationen zu ChroPac

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