Ärzte Zeitung online, 26.07.2011

In vier Jahren zehn neue Mittel gegen Hepatitis C?

BERLIN (eb). Für Patienten mit Hepatitis C könnten in den kommenden vier Jahren bis zu zehn neue Medikamente verfügbar werden, kündigt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer aus Anlass des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli an.

Fischer weiter: "Damit blicken wir hoffnungsvoll auf eine ganze Reihe von Präparaten gegen eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten."

Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen von Experten bis zu einer halben Million Menschen an der chronischen Leberentzündung, die schmerzlos verläuft und die daher häufig erst spät erkannt wird. Dabei können die möglichen Spätfolgen einer Hepatitis C-Erkrankung dramatisch sein: Die eingeschränkte Leberfunktion kann zu Leberzirrhose bis hin zum Leberkrebs führen.

"Immer wieder zeigt sich, dass medizinische Innovationen gesamtgesellschaftlich gesehen nicht nur Kosten verursachen, sondern auch Kosten sparen helfen - und Produktivität erhalten", betont Fischer. Einer US-amerikanischen Erhebung zufolge koste eine Hepatitis C-Erkrankung jenseits der direkten Therapiekosten insgesamt umgerechnet mehr als 70.000 Euro.

Bei den zehn Projekten in den Pipelines der forschenden pharmazeutischen Unternehmen kommen 13 Wirkstoffe zum Tragen, darunter zwei gentechnisch hergestellte Präparate. Für sieben neue Arzneimittel gegen Hepatitis C gilt, dass ihre Entwicklung auch für Minderjährige vorgesehen oder bereits in Gang ist. Bei 90 Prozent der klinischen Studien zur Erprobung der neuen Arzneimittel waren oder sind deutsche Kliniken beteiligt.

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