Ärzte Zeitung online, 31.10.2011

BfR: Muttermilch ist Muttermilch ist Muttermilch

BERLIN (eb). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kritisiert sachlich falsche Werbeaussagen zu Säuglingsmilch.

In jüngerer Zeit beobachte die Stillkommission am BfR zunehmend eine nicht akzeptable verstoßende Werbung für Säuglingsnahrung, heißt es in einer Mitteilung.

Das BfR kritisiert etwa Slogans wie "nach dem Vorbild der Muttermilch". Auch Abbildungen stillender Mütter sind dem BfR ein Dorn im Auge, da damit die "industrielle Säuglingsnahrung der Muttermilch gleichgesetzt wird".

Die angewendeten Werbemaßnahmen verstießen zudem gegen den entsprechenden WHO-Kodex und gegen Rechtsvorschriften für die Vermarktung von künstlicher Säuglingsmilch.

"Sachlich falsche Werbeaussagen und unzulässige Abbildungen können Eltern verunsichern und täuschen", sagt die Geschäftsführerin der Stillkommission, Privatdozentin Diana Rubin. Künstliche Säuglingsmilch sei nicht gleichwertig mit Muttermilch.

[01.11.2011, 21:26:38]
Dr. Horst Grünwoldt 
Irreführende Werbung
Die selbsternannten "Kreativen" sind oftmals die größten Irreführer des Verbrauchers in unserer deutschen Konsumgesellschaft.
In Frankreich sind sie manchmal wenigstens witzig.
Diese Fuzzis der Werbung werden bei uns für ihre dumm-dreisten Sprüche noch fürstlich honoriert und können sogar steuerlich abgeschrieben werden. Da sollte der Fiskus schon genau hinschauen, welcher Unsinn dabei beworben wird!
Ich erinnere mich an meinen Erstgeborenen. Nachträglich war ich entsetzt, daß sofort der Alete-Vertreter im Johanniter-Krankenhaus Bonn 1980 Zugang zu den Wöchnerinnen gefunden und sie mit seinem Muttermilch-Ersatz-Produkt abgestillt hat.
Tage später habe ich noch vergeblich versucht, Philipps Mutter an ihrer wunderbaren Mamma die Muttermilch mit der Vakuum-Pumpe zu entnehmen; leider vergeblich.
So wurde unserem Sohn der wertvolle Krafttrunk und die erste passive Schutzimpfung aus der gesunden Milchdrüse seiner schönen Mutter vorenthalten;
und meiner Frau die Freude am Stillen unseres gut geratenen Filius.
Das mußte ich dann als Vater morgens als Erster und abends als Letzter an unserem Sohn mit der Nuckelflasche übernehmen.
Nach meiner persönlichen Erfahrung als Amtstierarzt in Frankfurt am Main findet die größte Irreführung bei uns in Deutschland auf dem beworbenen Sektor der Lebens- und Genußmittel statt.
Und das dürfte oftmals sogar gesundheitliche Konsequenzen haben...
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock

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