Ärzte Zeitung online, 28.08.2013

Leber und Pankreas

Hohe Hürden für minimal-invasive Op

Laparoskopische Eingriffe an Leber und Pankreas sollten vorerst auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt bleiben, betonen Experten.

NÜRNBERG. Je nach Klinik werden heute bis zu 50 Prozent aller Bauchoperationen minimal-invasiv durchgeführt. Mittlerweile können Ärzte auch anspruchsvolle Eingriffe, etwa Krebsoperationen an Leber und Pankreas, minimal-invasiv vornehmen.

Minimal invasive Eingriffe an diesen Organen sind jedoch technisch komplex und müssten deshalb vorerst auf hochspezialisierte Kliniken beschränkt bleiben, betonen Experten im Vorfeld des Kongresses "Viszeralmedizin 2013".

"Studien bescheinigen der laparoskopischen Technik eine Reihe von Vorteilen: Der Patient erholt sich schneller, er hat weniger Schmerzen und kaum Narben", wird Professor Matthias Anthuber, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg und einer der Kongresspräsidenten der Viszeralmedizin 2013, in der Mitteilung vorab zum Kongress zitiert.

"Standard-Op's an Blinddarm und Gallenblase, Bauchwandbrüche oder auch Darmkrebsoperationen führen wir deshalb heute oft laparoskopisch durch", so der Experte. Bei Eingriffen an Leber und Pankreas seien die Hürden jedoch hoch: Insbesondere Krebsoperationen in diesem Bereich gehörten, auch bei offenen Operationen, zu den größten und technisch schwierigsten Eingriffen.

Schnelle Erholung, kaum Narben

Spezialisierte Zentren führen laparoskopische Eingriffe an Leber und Bauchspeicheldrüse jedoch bereits durch. Eine Alternative zur offenen Operation bieten sie etwa für jene Patienten, bei denen Vorstufen von Krebs entfernt werden müssen.

"Auch viele gutartige Gewebeveränderungen an der Bauchspeicheldrüse werden heute operativ entfernt, da sie entarten und sich zu bösartigen Tumoren entwickeln können", erklärt Professor Tobias Keck, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, in der Mitteilung.

Gerade bei der Entfernung von Krebsvorstufen hätten die Vorteile der minimal-invasiven Methode - schnelle Erholung, kurzer Aufenthalt im Krankenhaus und kaum Narben - starkes Gewicht.

Dennoch müssten laparoskopische Eingriffe an Leber und Pankreas vorerst auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt bleiben. "Diese Techniken sind hochkomplex und die Lernkurve für den Chirurgen ist recht lang", wird der Experte zitiert. (eb)

Kongress Viszeralmedizin 2013: www.viszeralmedizin.com

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Lindert eine Lichtdusche Rückenschmerzen?

In einer Pilotstudie fanden US-Forscher Hinweise, dass Licht subjektive Schmerzen lindert. Eine morgendliche Lichtdusche könnte gegen chronische Rückenschmerzen helfen. mehr »

VR-Brille anstatt Zigarette

Eine Virtual-Reality-Anwendung soll Raucher vom Glimmstängel wegbringen. Die Idee: Sie lernen virtuell ihren Raucher-Impuls zu kontrollieren. mehr »

Konzept der e-Patientenakte steht

Die ePA nimmt Formen an. Ärzte, Kassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleib vorerst außen vor. mehr »