Ärzte Zeitung, 18.11.2013

Geehrt

Mikrobiologe Gordon erhält Robert-Koch-Preis 2013

BERLIN. Die Robert-Koch-Stiftung hat den mit 100.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2013 an Professor Jeffrey I. Gordon, Director of the Center for Genome Sciences and Systems Biology an der Washington University inSt. Louis, verliehen.

Der Mikrobiologe Jeffrey Gordon wurde für seine Arbeiten zur molekularen Analyse von Mikrobengemeinschaften im menschlichen Darm ausgezeichnet.

Unter anderem durch seine Untersuchungen sei deutlich geworden, dass Mikroben nicht nur Krankheiten auslösen können und deshalb bekämpft werden müssen, sondern dass sie nützliche "Freunde" sind und der Mensch eine großartige Ansammlung von mikrobiellen und menschlichen Zellen sowie Genen ist, teilt die Stiftung zur Preisverleihung mit.

Die Arbeiten von Gordon zu den genomischen und metabolischen Grundlagen der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Darmmikroben hätten wesentlich zu neuen Erkenntnissen zum Wohlbefinden des Menschen und seinem Ernährungszustand beigetragen und die Tür zu neuen Behandlungsansätzen für die Medizin des 21. Jahrhunderts aufgestoßen.

Fauci für Lebenswerk ausgezeichnet

Professor Anthony S. Fauci, Director of the National Institute of Allergy and Infectious Diseases, Bethesda, Maryland, wurde mit der Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerkauf dem Gebiet der HIV-Forschung ausgezeichnet.

Als Anfang der 1980er Jahre eine rätselhafte Erkrankung ins Licht der Öffentlichkeit rückte, suchte der Immunologe zusammen mit seinen Kollegen nach der Pathogenese dieser Infektion, erinnert die Stiftung in ihrer Mitteilung.

Fauci zähle zu den Pionieren der Aufklärung der Immunregulation bei der Infektion mit dem HI-Virus, indem er molekulare und zelluläre Mechanismen in infizierten Zellen identifizierte. Das Verständnis der Störung der Helferzellen (CD4+ T-Zellen) bei HIV-Infizierten bildete die Grundlage für die antiretrovirale Therapie, unter der die Lebenserwartung der Patienten heute erheblich gestiegen ist.

Fauci zeichne sich nicht nur durch seine Forschungsarbeiten aus, sondern auch durch andere Initiativen, wie seine Unterstützung des staatlichen AIDS-Nothilfeprogramms in den USA, das Millionen Betroffenen vor allem in Afrika half, betont die Stiftung.

Für weitere Initiativen, wie die Gestaltung von Programmen zur Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und Grippe-Pandemien, zeichnete Fauci hauptsächlich verantwortlich. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Wenn Frauen beim Sex Urin verlieren

Unwillkürlicher Urinabgang beim Geschlechtsverkehr tritt bei Frauen öfter auf, als viele glauben. Gesprochen wird darüber nur selten. Dabei könnte den Betroffenen geholfen werden. mehr »

Aufgeschlossen, aber schlecht informiert

Jugendliche und junge Erwachsene halten sich beim Thema Organspende für eher schlecht informiert. Trotzdem sind sie dafür wesentlich aufgeschlossener als Ältere. mehr »

Hirnschaden durch zu viel Selen

Fast blind und dement kommt eine Frau zum Arzt. Dieser findet das Problem: Sie hat lange viele Selenpillen geschluckt. Die Nahrungsergänzung schädigte ihr Hirn dauerhaft. mehr »