Ärzte Zeitung online, 24.04.2017

Eosinophile Ösophagitis

Forschung zu Ösophagus-Erkrankungen ausgezeichnet

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Norgine Gastro Award ist dieses Jahr zum achten Mal in Wiesbaden verliehen worden.

Von Marco Mrusek

WIESBADEN. Für ihre Forschungsarbeiten zur eosinophilen Ösophagitis und Barrettneoplasien sind zwei Gastroenterologen aus Magdeburg und Köln mit dem Norgine Gastro Award ausgezeichnet worden, teilt das Unternehmen Norgine mit. Der Preis wird in diesem Jahr zum achten Mal verliehen und ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert.

Die erste Preisträgerin, Dr. Ulrike von Arnim, widmet sich zusammen mit ihrem Team der Erforschung der eosinophilen Ösophagitis (EoE), die eine lokale, chronische, immunvermittelte Erkrankung des Ösophagus darstellt. Sie geht einher mit Symptomen der ösophagealen Dysfunktion und dem histologischen Nachweis einer eosinophilen-prädominanten Entzündungsreaktion nach Ausschluss anderer systemischer oder lokaler Ursachen.

Die EoE und die gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD) haben überlappende Symptome. Die klinische Herausforderung bestehe darin, diese beiden Entitäten bereits vor der Ösphagogastroduodenoskopie (ÖGD) zu unterscheiden, heißt es in der Mitteilung. Ziel der Arbeit von Dr. von Arnim war es, den prognostischen Wert klinischer Symptome und Laborparameter bei Patienten mit EoE und GERD zu untersuchen.

Es konnte belegt werden, dass zwei einfach anzuwendende 4-Markersets im Vorfeld der ÖGD beide Entitäten bereits unterscheiden können. Die Anwendung dieses Markermodells könne helfen, die Diagnose EoE früher zu stellen und somit eine verzögerte Therapieeinleitung zu verhindern, so die Mitteilung.

Die Arbeitsgruppe des zweiten Preisträgers, Dr. Grischa Terheggen, hat sich die Evaluation der Effektivität und Sicherheit der endoskopischen Submukosadissektion und endoskopischen Mukosaresektion bei frühen Barrettneoplasien bezüglich kompletter Resektion (R0), kompletter Remission (KR), Rezidiven von BN und Komplikationen als Ziel gesetzt.

40 Patienten mit Barrettneoplasie wurden nach Submukosadissektion (n=20) oder endoskopischen Mukosaresektion (n=20) in zwei Gruppen ohne signifikanten Unterschied bezüglich Alter, Geschlecht, Länge des Barrettösophagus, Typ und Durchmesser der Läsion randomisiert. Das Ergebnis: Beide Methoden sind sehr effektiv für die endoskopische Resektion früher Barrettneoplasien. Die endoskopischen Submukosadissektion ist der endoskopischen Mukosaresektion für R0-Resektionen überlegen, daraus resultiert jedoch kein signifikanter Unterschied bezüglich kompletter Remission und Rezidivrate. (mmr)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »