Magen-Darm-Experten:

Plädoyer für ein "Zentrum für gastroenterologische Gesundheit"

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BERLIN. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) hat sich dafür ausgesprochen, noch innerhalb der laufenden Legislaturperiode ein "Zentrum für gastroenterologische Gesundheit" einzurichten. Angesichts von jährlich 2,5 Millionen stationären Behandlungen aufgrund von Magen-Darm-Erkrankungen und 61.000 Todesfällen werde das vorhandene wissenschaftliche Potenzial auf dem Gebiet der Gastroenterologie bisher zu wenig genutzt.

Das neu zu schaffende Zentrum solle sich an bereits existierenden Einrichtungen orientieren. Beispiele seien die vom Bundesforschungsministerium (BMFB) unterstützten oder geförderten sechs Zentren für Gesundheitsforschung sowie acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB), sagte DGVS-Sprecher Professor Christian Trautwein, Uniklinikum Aachen, bei einer Veranstaltung der Gesellschaft in Berlin.

Das Fehlen eines vergleichbaren Zentrums für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts belege, dass bisher weder Wissenschafts- noch Gesundheitspolitiker die "zentrale Bedeutung gastroenterologischer Krankheiten für die Gesamtgesundheit unserer Bevölkerung" erkannt hätten.

In einem integrierten Forschungsverbund, in dem die bestehenden Zentren zu einem Deutschen Zentrum für Gastroenterologische Gesundheit vernetzt wären, ließen sich etwa Mikrobiom- und Genforschung sowie die Systemmedizin gezielt koordinieren, um Präventions-, Früherkennungs- und Behandlungsstrategien zu perfektionieren und auf kürzestem Weg aus dem Labor in die klinische Praxis zu transferieren.

Unklar blieb die Finanzierung des DGVS-Anliegens. Auf Nachfrage verwies Trautwein auf die gesundheitspolitische Verantwortung der Politik. Bis 2032 erwarte die DGVS eine Zunahme gastroenterologischer Patienten um weitere 22 Prozent. (jgr)

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