Ärzte Zeitung, 04.05.2007

Erhöhte Pankreaswerte können erstes Symptom einer Sprue sein

Enzymerhöhung korreliert nicht mit Symptomstärke / Sprue-Prävalenz 1 zu 500

NEU-ISENBURG (gwa). Bei erhöhten Pankreas-Enzymwerten und unauffälliger Sonografie sollte eine Sprue per Endoskopie ausgeschlossen werden. Nach einer Studie mit über 200 Patienten haben fast jeder dritte Erwachsene und jedes vierte Kind mit neu entdeckter Sprue erhöhte Pankreas-Enzymwerte.

Zur Sprue-Diagnostik gehören Endoskopie und Biopsie. Foto: Klaro

Erhöhte Pankreas-Enzymwerte können erstes und zunächst auch einziges Zöliakie-Symptom sein. Die Höhe der Werte korreliert nicht mit dem Vorhandensein oder der Schwere von Sprue-Symptomen. Und: Bei keinem Patienten war das Pankreas sonografisch auffällig, sagte Professor Peter Layer aus Hamburg beim Gastro Update in Wiesbaden.

Die Erhöhung der Pankreaswerte war tatsächlich Sprue-bedingt: Denn nach einem Jahr glutenfreier Diät waren die Werte wieder normal (Clin Gastroenterol Hepatol 4, 2006, 455). Nur bei fünf Patienten, die weiter glutenhaltige Speisen aßen, blieben sie erhöht.

"Dass eine unklare Erhöhung der Pankreasenzyme auf Sprue hinweisen kann, ist eine neue Erkenntnis", so Layer zur "Ärzte Zeitung". Bei auffälligen Werten sollte sonografisch eine Pankreas- oder Gallenkrankheit ausgeschlossen werden. Ist der Befund normal, bleiben die Werte aber weiter hoch und gibt es Symptome, sind Endoskopie und Dünndarmbiopsie wichtig.

Gerade wurde auch in einer aktuellen Studie erneut belegt, dass bei Nachweis des Sprue-typischen Antikörpers gegen TTG (Tissue Transglutaminase) und Symptomen eine Dünndarmbiopsie indiziert ist (BMJ 334, 2007, 729).

Sprue ist offenbar viel häufiger als angenommen. Zieht man den TTG-Antikörper-Nachweis heran, liegt die Prävalenz in Zentraleuropa zwischen 1 zu 200 bis 500 ("Klinikarzt" 35, 2006, 414).

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