Ärzte Zeitung online, 18.03.2010

Neue genetische Ursachen für Colitis ulcerosa entdeckt

KIEL (eb). Neue genetische Ursachen für die chronisch entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa haben Wissenschaftler der Uni Kiel entdeckt. Mit den Ergebnissen erhoffen sich die Forscher, dass in Zukunft neue Medikamente entwickelt werden können.

In einer Studie durchsuchten Professor Andre Franke und Professor Stefan Schreiber weit über 1,8 Millionen Positionen im Erbgut von Patienten mit Colitis ulcerosa nach Krankheitsursachen. Dabei konnte unter anderem eine proteinverändernde Mutation im sogenannten IL17REL Gen auf Chromosom 22 als ursächlich identifiziert werden.

Laufende Forschungsarbeiten untersuchen derzeit die nähere Funktion des Proteins IL17REL, über das bisher noch sehr wenig bekannt ist. Basierend auf diesen Erkenntnissen könnten zukünftig Medikamente für Colitis ulcerosa entwickelt werden (Nature Genetics, 2010, online vorab).

Mehr als 1000 Patienten mit Colitis ulcerosa und 1700 gesunde Kontrollpersonen der norddeutschen Biobank "popgen" hatten sich freiwillig für eine Teilnahme an der Studie gemeldet. Neben deutschen Patienten und Kontrollpersonen wurden auch über 7500 Personen aus England, Belgien, Norwegen, Griechenland und Holland in die Studie eingeschlossen.

Zwar weiß man, dass es teilweise erhebliche genetische Unterschiede zwischen Patienten aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt, jedoch wurde interessanterweise die IL17REL Mutation in allen untersuchten Patientengruppen bestätigt.

Zum Abstract der Originalpublikation "Genome-wide association study for ulcerative colitis identifies risk loci at 7q22 and 22q13 (IL17REL)"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In welchem Alter die Lust an Bewegung schwindet

Kinder bewegen sich viel, rennen und toben gerne. Das ändert sich, wenn sie älter werden. Bislang dachte man, dass der Wandel mit der Pubertät einsetzt – doch weit gefehlt. mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Wenn Männer mehr als zwei Hoden haben

Überzählige Hoden sind meist asymptomatisch. Bei einem jungen Mann mit akutem Skrotum machten australische Urologen jetzt einen überraschenden Zufallsbefund. mehr »