Ärzte Zeitung, 10.10.2012

Infektionen

CED-Patienten sind anfälliger

HAMBURG (gvg). Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind anfälliger für Infektionen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wer früh handelt, kann Probleme verhindern.

Schon bei Diagnose der Darmerkrankung sollte geklärt werden, ob eine latente Tuberkulose vorliegt. Nach den Empfehlungen des Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose ist der Interferon-α-Release-Assay (IGRA) Standard.

Er sei sensitiver und spezifischer als der Mendel-Mantoux-Test, aber Glukokortikoide könnten das Ergebnis beeinflussen, erläuterte Dr. Jan Preiß aus Berlin.

Je höher die Glukokortikoiddosis, umso häufiger liefert der IGRA unklare Ergebnisse. Bei hohen Dosierungen könne das bei jedem dritten Patienten der Fall sein. Wer gleich bei Diagnose der CED den IGRA anfordert, vermeidet diese "Kortisonfalle".

Impfungen sind der zweite Pfeiler der Infektionsprophylaxe bei CED. Zu den empfohlenen Standardimpfungen gehörten die einmaligen Auffrischimpfungen für Keuchhusten, Polio und Masern, so Preiß.

Vor einer Immunsuppression seien zusätzlich Impfungen gegen Pneumokokken und gegen Influenza, bei seronegativen Personen auch gegen das Varizella-Zoster-Virus (Kinderdosierung) zu empfehlen. Untersuchungen zeigten, dass die Impfantwort von einer immunsuppressiven Therapie relativ unbeeinflusst ist.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stärkung der Organspende – Sogar Grüne loben Spahn

Klare Verantwortlichkeiten, bessere Refinanzierung: Der Bundestag bewertet das geplante neue Organspende-Gesetz positiv. Doch die Grundsatzdebatte kommt erst noch. mehr »

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Fallwert steigt um 2,6 Prozent

Die Entwicklung der Arzthonorare tendiert in der GKV-Regelversorgung weiter nach oben – jedenfalls laut den jüngst verfügbaren Zahlen. mehr »