Ärzte Zeitung, 28.01.2010

Gallensteine erhöhen das Risiko für einen Diabetes mellitus

POTSDAM-REHBRÜCKE (eb). Menschen mit Gallensteinen haben ein um 42 Prozent höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als Menschen ohne Gallensteine. Im Gegensatz dazu scheinen Nierensteine kaum eine Bedeutung für das Diabetesrisiko zu haben. Zu diesem Ergebnis ist ein Forscherteam um Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke gekommen, nachdem es Daten der Potsdamer EPIC-Studie ausgewertet hatte.

Bei dieser handelt es sich um eine große Bevölkerungs-Langzeitstudie, an der seit 1994 mehr als 25 000 Menschen teilnehmen. Im Verlauf der Studie erkrankten während eines Beobachtungszeitraumes von sieben Jahren 849 von 25 166 Studienteilnehmern an Diabetes.

Unabhängig von Alter, Geschlecht, Taillenumfang und Lebensstilfaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum hatten Personen mit Gallensteinen ein 1,42-fach erhöhtes Risiko, einen Diabetes zu bekommen. Hingegen war bei Menschen mit Nierensteinen das Diabetesrisiko nicht erhöht. Gallensteine sollten also ein Anlass sein, das Diabetes-Risiko eines Patienten zu überprüfen und den Lebensstil anzupassen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »