Ärzte Zeitung, 24.03.2004

Viele Refluxkranke kommen mit Bedarfstherapie gut zurecht

Daten zu Patienten mit nicht-erosiver Refluxkrankheit / Säurehemmer wird bei symptomatischer Therapie oft nur wenige Tage hintereinander genommen

ROTHERHAM (mal). Für Patienten mit nicht-erosiver Refluxkrankheit, also Patienten mit Reflux-Symptomen aber endoskopisch unauffälligem Ösophagus, ist bei rezidivierenden Beschwerden die säurehemmende Therapie nach Bedarf eine gute Alternative zur Dauertherapie.

Darauf weist Dr. Karna Dev Bardhan aus Rotherham in Großbritannien hin. Er hat die Ergebnisse der drei dazu bisher veröffentlichten Placebo-kontrollierten Studien zusammengefaßt. In diesen Studien haben fast 1500 Patienten, die nach initialer Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) beschwerdefrei waren, nach Bedarf einmal täglich Omeprazol (10 oder 20 mg täglich), Esomeprazol (20 oder 40 mg täglich) oder Placebo eingenommen. Die Therapie wurde begonnen, sobald Reflux-Symptome auftraten, und bis zur Beschwerdefreiheit fortgesetzt. Reichte der PPI nicht aus, konnten Antazida genommen werden.

Innerhalb der jeweils sechsmonatigen Studienzeit hatten zwischen 36 und 51 Prozent der Patienten mit Placebo die Studie - meist wegen unzureichender Symptom-Linderung - abgebrochen: Mit Esomeprazol war das bei fünf bis 14 Prozent, mit Omeprazol bei 14 bis 27 Prozent der Patienten der Fall.

Für Omeprazol waren dabei nach Angaben von Bardhan 20 mg signifikant effektiver als 10 mg, für Esomeprazol seien die Effekte beider Dosierungen ähnlich gewesen. Von Esomeprazol hatten die Patienten täglich im Mittel 0,3 Dosierungen eingenommen, von Omeprazol 0,4. Mehr als die Hälfte der mit Esomeprazol behandelten Patienten - für Omeprazol liegen hier keine Daten vor - hatten ihre Medikation höchstens an drei aufeinanderfolgenden Tagen gebraucht. Der Antazida-Verbrauch war mit Placebo stets höher als mit PPI (Am J Gastroenterol 98, 3, Suppl, 2003, 40).

Auch für Pantoprazol (20 mg täglich) sei in einer dreimonatigen Pilotstudie zur Bedarfstherapie ein mittlerer Verbrauch von 0,3 Tabletten pro Tag festgestellt worden, so Bardhan.

Die Bedarfstherapie sei bei nicht-erosiver Refluxkrankheit eine einfache, effektive, sichere und kostengünstige Behandlung, so der Gastroenterologe. Sie kommt für viele Refluxkranke in Frage, denn etwa 60 Prozent von ihnen haben trotz Symptome unauffällige Endoskopie-Befunde.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Langzeit-Therapie mit vielen Pausen

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