Ärzte Zeitung, 19.03.2007

"Endoskopie bei allen mit persistierendem Reflux!"

Therapiedauer je nach Schleimhautbefund / 60 Prozent haben keine Entzündung und brauchen nur Kurztherapie

HANNOVER (grue). Mittel der ersten Wahl zur Therapie bei gastroösophagealer Refluxkrankheit sind Protonenpumpenhemmer (PPI). Wie lange und in welcher Dosierung sie eingenommen werden sollten, hängt vom Schleimhautbefund in der Speiseröhre ab.

Sechs von zehn Patienten mit Symptomen einer Refluxkrankheit wie Sodbrennen und saures Aufstoßen haben keine endoskopisch erkennbaren Veränderungen in der Schleimhaut der Speiseröhre. Wer Refluxsymptome mindestens einmal pro Woche hat, braucht nach Angaben von Dr. Thomas Beckenbauer aus Bremen einen PPI.

"Er wird bei nicht-erosiver Refluxkrankheit in der Standarddosierung für drei bis vier Wochen eingenommen. Danach sollte der Patient weitgehend beschwerdefrei sein, und er braucht das Medikament dann nur noch bei Bedarf", sagte der Gastroenterologe auf einer Pri-Med-Veranstaltung in Hannover.

Diese interaktive Art der Fortbildung wird von Pri-Med regelmäßig in verschiedenen Städten angeboten und richtet sich vor allem an Hausärzte. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner.

Eine fortlaufende Dauertherapie sei bei nicht-erosiver Refluxkrankheit die Ausnahme und nur bei häufigen Rezidiven nötig. "Anders sieht es aus bei einer endoskopisch gesicherten erosiven Refluxösophagitis", sagte Beckenbauer.

Dann werde zunächst für ein bis zwei Monate mit einem PPI in doppelter Standarddosis therapiert, zum Beispiel mit Pantoprazol 40 mg. Danach wird langsam reduziert bis zu einer Dosis, mit der sich erneute Refluxbeschwerden zuverlässig vermeiden lassen. "Nach ein bis zwei Jahren kann versucht werden, das Medikament ganz abzusetzen."

Beckenbauer wies auf den hohen diagnostischen Stellenwert der Endoskopie bei Refluxbeschwerden hin. Damit lasse sich nicht nur eine erosive von einer nicht-erosiven Refluxkrankheit unterscheiden. Es werden auch Komplikationen wie Barrett-Ösophagus und Malignome erkannt. "Bei Warnsymptomen ist sowieso eine Endoskopie nötig, aber auch ansonst rate ich zu einer Index-Gastroskopie bei allen, die seit Längerem mit Refluxbeschwerden zu tun haben". Index-Gastroskopie wird die Endoskopie zur Erstdiagnose genannt.

Die nächsten Pri-Med-Fortbildungen: 25. April in Leipzig, 9. Mai in Köln, 13. Juni in Nürnberg. Infos und Anmeldung (wer sich online anmeldet, spart 2007 die Teilnahmegebühr): Pri-Med Updates, Tel.: 01805 - 873 283, Fax: 01805 - 000 979; E-Mail: Anmeldung@Pri-MedUpdates.de www.Pri-Med.de

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