Ärzte Zeitung, 29.09.2009

Eradikation der Barrett-Schleimhaut senkt Ca-Inzidenz

BERLIN (gvg). Patienten mit Barrett-Ösophagus haben zumindest kurzfristig weniger Ösophaguskarzinome, wenn die Barrett-Schleimhaut beseitigt wird. Das belegt eine mit Scheinprozeduren kontrollierte Studie. An der Untersuchung nahmen 127 Patienten mit Barrett-Ösophagus in zwei Gruppen teil. In der einen Gruppe wurde die intestinale Metaplasie mit Radiofrequenzablation (RFA) beseitigt. In der zweiten Gruppe wurde eine Schein-RFA gemacht, ohne dass das Gerät angeschaltet wurde.

Die Studie belegte zunächst, dass die RFA effektiv ist: "Bei fast 90 Prozent der Patienten gelang es, die intestinale Metaplasie endoskopisch zu beseitigen", betonte Professor Joachim Labenz vom Krankenhaus Siegen. Die Ärzte kontrollierten die Patienten dann ein Jahr lang nach. Tatsächlich zeigte sich in der Ein-Jahres-Nachuntersuchung ein deutlicher Unterschied in der Karzinominzidenz. In der Gruppe mit Scheinprozedur war bei 9,3 Prozent der Patienten ein Karzinom vorgekommen, in der RFA-Gruppe nur bei 1,2 Prozent.

Dieser Unterschied war signifikant (p=0,045). Labenz plädierte deswegen dafür, bei Barrett-Ösophagus die Eradikation der intestinalen Metaplasie generell anzustreben. Ob die Karzinominzidenz bei Eradikationen auch langfristig geringer ist als ohne Intervention, diese Daten lieferte die Studie allerdings nicht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »