Ärzte Zeitung online, 16.04.2010

Freispruch für den Sprudel: kein Refluxverursacher

TUCSON (ob). Mit Kohlensäure versetzte Getränke stehen in dem Verdacht, eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) begünstigen oder verstärken zu können. Eine aktuelle Literaturübersicht liefert dafür allerdings keine stichhaltigen Verdachtsmomente.

Freispruch für den Sprudel: kein Refluxverursacher

Genuß ohne Reue auch für Refluxgeplagte: Minaralwasser mit Kohlensäure. © Torsten Schon / fotolia.com

Viele Patienten, die Probleme mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen haben, bekommen den Rat zu hören: Vermeiden Sie Kohlensäure enthaltende Getränke. Sind diese Getränke aber wirklich schädlich für Magen und Ösophagus?

US-Forscher der "Neuroenteric Clinical Research Group" in Tucson haben zur Beantwortung dieser Frage die einschlägige wissenschaftliche Literatur systematisch durchforstet (Aliment Pharmacol Ther 31, 2010;, 607). Für ihre Übersicht wurden alle relevanten Studien herangezogen, die Aufschluss über die Wirkung karbonisierter Getränke auf den intraösophagealen pH-Wert, auf Ösophagus-Motilität und ösophageale Gewebsschädigungen sowie auf GERD-Symptome und GERD-Komplikation geben könnten.

Zwar bestätigte sich, dass mit Kohlensäure versetzte Getränke den pH-Wert im Ösophagus für sehr kurze Zeit senken können. Auch ergaben sich Hinweise darauf, dass diese Getränke möglicherweise die Anzahl spontaner Entspannungsbewegungen im unteren Ösophagus-Sphinkter vorübergehend erhöhen können.

Anzeichen für eine direkte Schädigung des Ösophagus fanden sich hingegen nicht. Zudem stießen die Forscher auf keine eindeutigen Belegen dafür, dass der Genuss von Getränken mit Kohlensäure typische Refluxsymptome verursacht. Ebensowenig boten die analysierten Studien Anhaltpunkte dafür, dass diese sprudelnden Getränke GERD-Komplikationen oder gar Ösophagus-Karzinomen verursachen könnten.

Abstract der Studie "Systematic review: the effects of carbonated beverages on gastro-oesophageal reflux disease"

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