Ärzte Zeitung, 16.05.2011

Frühgeborene haben erhöhtes ADHS-Risiko

NEU-ISENBURG (ikr). Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko für ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS).

Das hat eine schwedische Register-Studie mit Daten von insgesamt 1.180.616 Kindern ergeben, die zwischen 1987 and 2000 geboren wurden (Pediatrics 2011; 127: 858). Bei einer Subgruppe von 34.334 Kindern, die entweder zu früh oder am Termin geboren wurden, wurde zusätzlich der Einfluss genetischer Faktoren auf das ADHS-Risiko untersucht.

Dabei stellte sich heraus: Insgesamt hatten 1,05 Prozent der Jungen und 0,29 Prozent der Mädchen im Alter zwischen 6 und 19 Jahren ADHS-Medikamente eingenommen.

Aus den Daten haben Forscher um Dr. Anders Hjerm vom Karolinska Institute in Stockholm berechnet: Bei Kindern, die zwischen der 37. und 38. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wurden, war das ADHS-Risiko geringfügig, aber dennoch signifikant um den Faktor 1,1 höher als bei Kindern, die zwischen der 39. und 41. SSW geboren wurden.

Bei Kindern, die zwischen der 33. und 34. SSW zur Welt gekommen waren, war das ADHS-Risiko um das 1,4-Fache und bei Kindern, die zwischen der 23. und 28. SSW geboren wurden, 2,1-fach erhöht. Der Zusammenhang war unabhängig von genetischen Faktoren.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Tödlicher Messerangriff — der Schock sitzt tief

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Hausarzt reagierten Ärztevertreter bestürzt. Wie können Kollegen vor Gewalt geschützt werden? mehr »

Macht Sport so glücklich wie Geld?

Wer moderat Sport treibt, ist seltener unglücklich und kann damit offenbar Gehaltseinbußen von rund 22.000 Euro jährlich emotional kompensieren, so eine US-Analyse. mehr »

Experimentelle Arznei lindert Juckreiz

Forschende der Universität Zürich haben einen neuen Ansatz entdeckt, mit dem sich Juckreiz unterdrücken lässt. In einer Studie linderten sie damit nicht nur akute, sondern auch chronische Beschwerden. mehr »