Ärzte Zeitung, 21.07.2004

Angeschaltete Nervenzellen im Gehirn leuchten grün

Neue Methode macht einzelne aktive Neuronen sichtbar

Kortex einer Maus. Neuronen in der hellgrünen Region (Mitte) wurden durch Berührung der Barthaare stimuliert. Foto: Alison Barth, Pittsburgh, J Neuroscience

PITTSBURGH (ddp). US-Forscher können Nerven im Gehirn von Mäusen live beim Arbeiten beobachten: Durch eine genetische Veränderung beginnen die Nervenzellen dann zu leuchten, wenn sie aktiv werden. Damit sei es möglich, nicht nur den aktivierten Gehirnbereich zu identifizieren, sondern sogar die Aktivität einzelner Neuronen zu untersuchen, so Professor Alison Barth von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh (J Neuroscience 24, 2004, 6466).

Die Forscherin hat mit der Methode bereits herausgefunden, wie Mäuse Sinneseindrücke von ihren Barthaaren verarbeiten.

In den Versuchen trugen gentechnisch veränderte Mäuse in ihren Zellen Gene für grün leuchtende Proteine. Die Gene wurden stets dann angeschaltet, wenn an sie gekoppelte Gene aktiv sind.

Damit könne genau bestimmt werden, welche Neuronen aktiv sind, so die Forscher. Es sei möglich, Veränderungen der Nervenaktivität bei neurologischen Krankheiten sichtbar zu machen, bei denen Verhalten, Lernvermögen oder Wahrnehmungsfähigkeit gestört sind.

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