Ärzte Zeitung, 09.02.2005

Warum Alte besser gelaunt sind als Junge

Ältere Menschen neigen dazu, negative Eindrücke aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Durch diese unbewußte Auswahl von Erinnerungen können sie ihre Gefühlswelt beeinflussen: Sie sind besser gelaunt und weniger besorgt als junge Menschen. Das haben Susan Charles und ihre Kollegen von der Universität von Kalifornien in Irvine herausgefunden ("Journal of Experimental Psychology" 132, 2005, 310).

Die US-Forscher wählten 32 Bilder aus, die positive, negative oder neutrale Gefühle beim Beobachter auslösten. Die insgesamt 144 Probanden betrachteten die Bilder in Intervallen von zwei Sekunden und mußten danach notieren, an welche Bilder sie sich erinnern konnten. Die 18- bis 29jährigen merkten sich Bilder, mit denen sie positive oder negative Gefühle verbanden, gleich gut.

Den 65- bis 80jährigen fiel es jedoch deutlich schwerer, sich an negative Bilder zu erinnern, als sich positive Bilder ins Gedächtnis zu rufen. Je älter ein Proband war, desto schlechter konnte er sich Bilder mit negativen Motiven merken. Da im Alter emotionales Wohlbefinden einen großen Stellenwert einnimmt, konzentrieren sich alte Menschen besonders auf positive Erlebnisse, meinen die Forscher. (ddp)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »