Ärzte Zeitung, 16.03.2005

Auch fürs Gehirn ist Bewegung sehr nützlich

CHICAGO (ple). Wer sich auf Trab hält und viel bewegt, könnte die Menge krankmachender Eiweißmoleküle im Gehirn verringern und damit dem Morbus Alzheimer entgegensteuern. Zumindest aus Tierversuchen gibt es dafür erste Hinweise.

US-Forscher haben diesen Effekt bei Mäusen entdeckt, die genetisch so verändert worden waren, daß sie vermehrt Beta-Amyloid im Gehirn ablagerten. Das Eiweiß ist zytotoxisch.

Wurden die Tiere in Käfigen gehalten, in denen sie sich an Laufrädern, bunten Röhren und Spielzeug austoben konnten, so verringerte sich die Amyloidmenge im Gehirn im Vergleich zu Tieren in eher langweiligen Käfigen.

Wie die Arbeitsgruppe um Dr. Sangram Sisodia von der Universität Chicago berichten, aktiviert offenbar die Aktivität der Tiere das Enzym Neprilysin, das Beta-Amyloid abbaut (Cell 120, 2005, 701).

Die Forscher analysierten darüber hinaus mit einem Biochip die Aktivität von Genen. Sie entdeckten, daß im Vergleich zur Kontrollgruppe Gene, die für Lernen und Gedächtnis erforderlich sind und die für die Gefäßbildung, Zellschutz und Abbau von Beta-Amyloid erforderlich sind, verstärkt abgelesen wurden.

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