Ärzte Zeitung, 05.08.2005

Hirntote bringt gesundes Kind zur Welt

WASHINGTON (dpa). Eine krebskranke hirntote US-Amerikanerin hat ein gesundes Baby zur Welt gebracht.

In einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit war die in der 15. Woche schwangere 26jährige Susan Torres drei Monate lang künstlich am Leben erhalten worden, um dem Kind eine Chance zu geben. Per Kaiserschnitt ist in einem Krankenhaus in Arlington (Virginia) ihre Tochter, Susan Anne Catherine Torres, zur Welt gekommen. Sie wiegt etwa 820 Gramm und mißt gut 34 Zentimeter.

Die künstliche Beatmung und Ernährung der Immunbiologin ist kurz danach eingestellt worden, wie die behandelnden Ärzte mitteilten. Die gläubige Katholikin starb, nachdem sie die Krankensalbung der Kirche erhalten hatte. Susan Torres war am 7. Mai bewußtlos zusammengebrochen, nachdem ihr Hautkrebs aufs Gehirn übergegriffen hatte.

Für die Geburt sei es höchste Zeit gewesen, sagten die Ärzte. Sie hätten nicht mehr länger warten können, denn die Krebszellen hätten sich inzwischen ausgebreitet und drohten auf die Gebärmutter überzugreifen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Zufallsbefunde – Wer sucht, der findet

Bei der bildgebenden Diagnostik kann es vorkommen, dass unerwartet ein Befund jenseits des eigentlichen Anlasses auftaucht. Das sollte man den Patienten klarmachen – vorher. mehr »

Streit um "Strafgebühr" im Krankenhaus

KBV-Chef Gassen fordert für Patienten, die mit Bagatellerkrankungen in die Notfallambulanz der Kliniken kommen, eine Gebühr. Das hält die DKG für "schlicht falsch". Die Linke mutmaßt: "Notaufnahmen nur für Reiche"? mehr »

Das hilft bei "Fettleber"

Patienten mit nichtalkoholischer Fettleber können sich selbst helfen - indem sie gesünder leben. Forscher haben Biomarker ausfindig gemacht, die offenbar die Veränderung der Leberfibrose vorhersagen können. mehr »