Ärzte Zeitung, 10.10.2005

Positive Langzeitdaten zu Botulinumtoxin

WIESBADEN (ner). Die Langzeittherapie mit Botulinumtoxin Typ A (Botox®) ist meist unproblematisch. Schwere unerwünschte Wirkungen seien ebenso wie die Bildung neutralisierender Antikörper sehr selten, berichten Neurologen.

Dies geht aus mehreren Langzeituntersuchungen hervor, die Professor Markus Naumann aus Augsburg vorgestellt hat. Darunter war eine Meta-Analyse zur Sicherheit und Verträglichkeit von Botulinumtoxin Typ A für mehrere Indikationsgebiete.

In die Analyse flossen Daten von 36 Placebo-kontrollierten Studien mit mehr als 2300 Patienten ein, berichtete Naumann beim Neurologen-Kongreß in Wiesbaden. Demnach kommen leichte unerwünschte Wirkungen seltener vor als mit Placebo, so Naumann bei einem vom Unternehmen Allergan unterstützten Symposium. Systemische unerwünschte Wirkungen seien nicht aufgetreten.

Bei 235 Patienten mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen, die zehn Jahre lang das Präparat bekommen hatten, lag die Rate unerwünschter Wirkungen zwischen zwei und zehn Prozent. Antikörper gegen das Toxin seien so gut wie nie relevant, sagte Naumann. Dies habe eine Beobachtungsstudie mit 326 Patienten mit zervikaler Dystonie ergeben.

Bei mehr als 1000 Serumproben waren nur bei einem Patienten Antikörper gegen das Toxin entdeckt worden. Die Antikörper hatten keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit. Erfahrungen mit Botulinumtoxin A bestehen seit 20 Jahren.

Zugelassen ist das Toxin in Deutschland beim Lidkrampf (Blepharospasmus), der vor allem bei Frauen über 50 relativ häufig ist, bei Spasmen der Gesichtsmuskulatur, bei Schiefhals (Torticollis spasmodicus) sowie bei fokaler Spastik wie beim dynamischen Spitzfuß und bei Spastik des Handgelenks bei Schlaganfallpatienten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »