Ärzte Zeitung, 21.05.2007

Plädoyer für Statin-Therapie bei Schlaganfall

BERLIN (gvg). Ein Statin sollte fester Bestandteil der Sekundärprophylaxe sein bei Patienten, die ein ischämisches zerebrovaskuläres Ereignis hatten. Das fordert der Neurologe Professor Gerhard Hamann aus Wiesbaden.

Auf der Veranstaltung Praxis Update Allgemeinmedizin setzte Hamann sich dafür ein, eine Statin-Therapie außer der Plättchenhemmung als obligaten zweiten Pfeiler der Sekundärprävention anzusehen. Die Basis für seine Empfehlung ist die SPARCL-Studie.

"Wenn Sie fünf Jahre lang mit einem Statin behandeln, verhindern Sie bei einem von 46 Patienten einen Schlaganfall und bei einem von 29 Patienten ein kardiovaskuläres Ereignis", betonte Hamann, Leiter der Klinik für Neurologie an den Dr. Horst Schmidt-Kliniken in Wiesbaden. Die Daten rechtfertigten, dass künftig alle Patienten mit ischämischen Hirnerkrankungen mit einem Statin behandelt werden sollten, so Hamann.

Die Studie in Kürze

SPARCL-Studie

An der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction of Cholesterol Levels) nahmen 4731 Patienten teil, die einen Schlaganfall oder eine Transitorische Ischämische Attacke (TIA) gehabt haben. Sie wurden fünf Jahre lang mit 80 mg Atorvastatin oder Placebo behandelt. In der Verum-Gruppe lag das Risiko für erneute zerebrovaskuläre Ereignisse bei 16 Prozent, in der Placebo-Gruppe bei 20 Prozent. Das Risiko für schwere Koronarereignisse lag mit dem Statin bei 3,4 Prozent, mit Placebo bei 5,1 Prozent.
(gvg)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »