Ärzte Zeitung, 02.07.2008

Erhöht reiner Sauerstoff Hypoxieschäden?

DALLAS (ars). Wenn Säuglinge und Kleinkinder nach einer zerebralen Hypoxie mit reinem Sauerstoff beatmet werden, könnte das die Hirnschäden noch vergrößern, berichten US-Forscher.

Zu einer zerebralen Hypoxie kann es etwa bei der Geburt oder durch Beinahe-Ertrinken kommen. Hinweise für die Vermutung, dass reiner Sauerstoff die Hirnschäden nur verschlimmert, ergaben Versuche mit Mäusen: Sie erhielten nach einer Hypoxie für 30 Minuten 100-prozentigen Sauerstoff (Journal of Cerebral Blood Flow & Metabolism 28, 2008, 1294).

Im Vergleich zu Tieren, die normale Luft geatmet hatten, war die Myelinbildung stärker gestört, und sie hatten mehr motorische Defizite, ähnlich denen einer Zerebralparese.

Außerdem kam es bei den Tieren zur Anhäufung von hoch reaktiven Sauerstoffverbindungen wie Nitrotyrosin, und eine Population von unreifen Gliazellen im Kortex ging zugrunde. Durch Zugabe eines Antioxidans ließ sich das vermeiden, berichten die Wissenschaftler um Dr. Steven Kernie aus Dallas. Nach ihrer Hypothese könnten die Myelinschäden in der weißen Hirnsubstanz durch oxidativen Stress zustande kommen.

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