Ärzte Zeitung online, 03.12.2008

"Mann ohne Gedächtnis" verschwindet wenige Stunden vor Abschiebung

HEIDELBERG (dpa). "Karl" ist spurlos verschwunden: Der als "Mann ohne Gedächtnis" bekannt gewordene Schotte kehrte wenige Stunden vor der Abschiebung in seine britische Heimat nicht in sein Altenheim nach Heiligkreuzsteinach bei Heidelberg zurück.

Nach Angaben des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis vom Mittwoch hätte der 61-Jährige einen Tag zuvor nach Schottland gebracht werden sollen, um dort als Psychiatriepatient aufgenommen und versorgt zu werden. "Karl", der vor zwei Jahren in Mannheim auftauchte und sich weder an seine Herkunft noch an seinen Namen erinnern konnte, sei nach einem Einkauf am Montagabend nicht mehr ins Heim zurückgekommen, hieß es.

"Karl" war erst ein Jahr nach seinem Auftauchen durch einen Fingerabdruckvergleich bei Interpol identifiziert worden. Großbritannien zahlt für den Mann die Krankenversicherung und eine kleine Rente. Es fehlen aber etwa 1200 Euro monatlich, um die Kosten für seine Unterbringung und Betreuung in Deutschland zu decken. Darum muss der Mann zurück in seine Heimat. Hintergrund ist, dass sich nach dem Gesetz auch ein EU-Ausländer nicht in Deutschland aufhalten darf, wenn der Steuerzahler für ihn aufkommen muss.

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"Mann ohne Gedächtnis" soll abgeschoben werden

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