Ärzte Zeitung online, 05.06.2009

Flippern für die Forschung

BERLIN(dpa). Flippern ist an der Technischen Universität Berlin (TU) zurzeit fester Bestandteil der Grundlagenforschung. Anders als in der Kneipe dürfen die Wissenschaftler dabei aber ihre Hände nicht benutzen. Sie müssen das blinkende und fiepende Gerät allein mit der Kraft ihrer Gedanken steuern.

Dazu dient eine Elektroden-Mütze, von der die elektrischen Hirnimpulse an der Kopfhaut abgelesen und an einen Computer übertragen werden. Der speziell programmierte Rechner setzt die Gedanken dann am Flipper in Bewegung um - und die Kugel prallt zurück.

Die Forschung solle später zum Beispiel gelähmten Menschen zugute kommen, sagte Klaus-Robert Müller, Professor am Fachgebiet für Maschinelles Lernen, am Donnerstag. Sie könnten dann allein durch ihre Gedanken zum Beispiel Rollstühle steuern.

In Berlin konstruieren Forscher der TU und der Universitätsklinik Charité seit mehreren Jahren gemeinsam Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer. In Experimenten lernten Testpersonen bereits, durch reine Hirnbefehle am Computer zu schreiben und Armprothesen zu steuern. Die Idee funktionierte bisher aber nur bei rund 70 Prozent der Probanden. Bis Patienten in großem Stil davon profitieren, können noch Jahre vergehen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Schwere Grippewelle hat Deutschland im Griff

Die aktuelle Grippewelle tobt und beschert Praxen und Kliniken einen regen Zulauf. Das RKI hat Tipps, worauf Ärzte jetzt achten sollten. mehr »

Bodyguard lässt sich von Steuer absetzen

211.000 Euro hatte eine Frau für einen Bodyguard steuerlich abgesetzt - zu Recht, entschied jetzt ein Gericht. Eine Rentnerin aus NRW schützt sich so steuersparend vor einer falschen Ärztin. mehr »

Die Ängste der Akademiker

Albtraum Studium? Jeder sechste Studierende leidet nach Angaben der Barmer unter einer psychischen Störung. Tendenz steigend. mehr »