Ärzte Zeitung online, 21.07.2009

Haft: Baby mit verseuchten Spritzen gequält

BERLIN (dpa). Eine 30-jährige Mutter, die ihr Baby durch Spritzen mit ihren eigenen Fäkalien gequält hatte, muss viereinhalb Jahre in Haft. Das Berliner Landgericht verurteilte die geständige Frau am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Frau leidet an einer seltenen Persönlichkeitsstörung, wonach Mütter ihre Kinder krank machen, um selbst Aufmerksamkeit zu erreichen (so genanntes Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom). Der damals 19 Monate alte Junge durchstand ein wochenlanges Martyrium mit lebensbedrohlichen Blutvergiftungen und heftigen Schmerzen. Der Kindesvater hat inzwischen das alleinige Sorgerecht. Der Vorwurf des versuchten Mordes hat sich im Prozess nicht erwiesen.

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