Ärzte Zeitung online, 24.08.2009

Bluttest spürt Hirnschäden bei Boxern auf

GÖTEBORG (mut). Mit einem einfachen Bluttest können schwedische Ärzte noch zwei Monaten nach einem Boxwettkampf feststellen, ob dabei übermäßig Nervenzellen beschädigt wurden.

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Foto: chriskuddl ©www.fotolia.de

Zu einer Degeneration von Nervenzellen kann es offenbar auch noch acht Wochen nach dem Kampf kommen, berichten Forscher um Professor Henrik Zetterberg von der Universität in Göteborg.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Brain Injury" stellen die schwedischen Forscher eine Studie bei 44 türkischen Amateurboxern vor, bei denen zwei Monate nach dem letzten Kampf Blutproben analysiert wurden. Diese wurden mit Proben gesunder, nicht boxender Teilnehmer verglichen. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf einige Proteine, die als Marker für Hirnschäden bekannt sind. Sie fanden dabei erhöhte Werte des Proteins Neuronenspezifische Enolase (NSE) bei den Boxern. Dass die NSE-Werte auch noch zwei Monaten nach dem Boxen erhöht waren, weise darauf hin, dass die Nervenzell-schädigenden Prozesse auch noch lange nach einem Kampf andauern, so Zetterberg.

Das Team des Forschers hatte bereits schon Hirntrauma-Marker im Liquor analysiert. Der Nachweis von erhöhten NSE-Werten im Blut ermögliche nun aber einen einfach anwendbaren Bluttest. Damit lasse sich etwa kontrollieren, wie stark die Schäden nach einem Kampf sind und wann die Athleten frühestens wieder in den Ring steigen können. Dazu müsse der Test aber noch weiter evaluiert werden.

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