Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

Physiotherapie hilft Patienten mit degenerativen Kleinhirnerkrankungen

TÜBINGEN (eb). Patienten mit degenerativen Kleinhirnerkrankungen können durch intensives koordinatives Training in der Physiotherapie ihre Gleichgewichtskontrolle und Ganzkörperkoordination deutlich verbessern. Darauf weisen Forscher der Uni Tübingen anlässlich einer aktuellen Studie hin.

In der Studie untersuchten die Wissenschaftler den Nutzen eines vierwöchigen intensiven Koordinationstrainings an einer Gruppe von 16 Patienten, die an progressiver Ataxie durch eine Degeneration des Kleinhirns leiden (Neurology, online vorab, Oktober 2009). Die Auswirkungen des Trainings bewerteten die Wissenschaftler anhand einer Ataxie-Skala und in einer computerbasierten Bewegungsanalyse von Gang- und Gleichgewichtstests. Außerdem bewerteten die Patienten selbst die Alltagsrelevanz des Trainings. Die Untersuchungen fanden jeweils acht Wochen vor, direkt vor, direkt nach, sowie acht Wochen nach der Trainingsphase statt.

Sowohl die klinischen Ataxie-Symptome als auch die Alltagsfunktion verbesserten sich signifikant und nachhaltig. Mit einer computerbasierten Bewegungsanalyse konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Patienten nicht hauptsächlich von einer höheren allgemeinen Fitness des Herz-Kreislauf-Systems, sondern von spezifischen motorischen Verbesserungen in den Bereichen der Gleichgewichtskontrolle und der Bewegungskoordination profitierten.

Besonders wichtig für die Patienten war offenbar die Kontinuität des Trainings. Bei denjenigen Patienten, die im Anschluss an die Interventionsperiode regelmäßig weiter trainierten, hielt der positive Effekt der Therapie besser an als bei Patienten, die nicht regelmäßig weiter trainierten.

Zum Abstract der Originalpublikation "Intensive coordinative training improves motor performance in degenerative cerebellar disease"

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