Ärzte Zeitung online, 19.05.2010

Spezifische Verhaltenstherapie lindert Tourette-Syndrom bei Kindern

LOS ANGELES (mut). Mit einer spezifischen Verhaltenstherapie lassen sich Tics bei Kindern mit Tourette-Syndrom deutlich reduzieren, berichten US-Forscher aus Los Angeles.

Die Forscher hatten 126 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren entweder zehn Wochen mit insgesamt acht Verhaltenstherapie-Sitzungen behandelt oder sie nur über das Krankheitsbild und Therapieoptionen informiert (Kontrollgruppe). Teilnehmer mit Verhaltenstherapie wurden aufgefordert, Tagebuch über ihre Tics zu führen und sich dabei etwa im Vorfeld eines Tics auf den wachsenden Drank zu konzentrieren, der die Patienten schließlich dazu bringt, den Tic auszulösen. Zudem lernten sie Ausweichmanöver. Bei zunehmendem Tic-Drang mussten die Teilnehmer Bewegungen machen, die eine physische Ausführung des Tics erschwerten. Kinder mit Halszuckungen sollten etwa geradeaus schauen und dabei für eine Minute die Halsmuskeln leicht anspannen, bis der Drank für die Zuckung zurückging. Bei Sprachtics lernten die Teilnehmer, vor einem Tic rhythmisch zu atmen.

Das Ergebnis der Studie: Auf mehreren Tic-Skalen gingen die Werte mit der Verhaltenstherapie signifikant stärker zurück als in der Kontrollgruppe. Zudem notierten die Studienärzte bei 52 Prozent der Teilnehmer mit Verhaltenstherapie einen sehr guten oder guten Rückgang der Beschwerden, in der Kontrollgruppe dagegen nur bei 18 Prozent (JAMA 2010, 303: 1929).

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