Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Neuroradiologen diskutieren Neuheiten ihres Fachgebietes

Von der Schädelbasis bis zum Pfeifen im Ohr reichen die Kongressthemen

KÖLN (eb). Neuroradiologen diagnostizieren und behandeln bei einer Vielzahl unterschiedlichster Krankheitsbilder. In ihr Aufgabengebiet fallen sowohl "Volksleiden" wie der Tinnitus als auch Hirntumoren und neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit. Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt von neuroRAD 2010. Die 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) findet vom 7. bis zum 9. Oktober 2010 im Gürzenich Köln statt.

Im Gegensatz zum klassischen Dauerpfeifen im Ohr, bei dem selten eine konkrete Ursache gefunden wird, zeichnet sich der pulssynchrone Tinnitus durch ein rhythmisches, vom Patienten im Ohr oder Kopf wahrgenommenes Geräusch aus. Es ist dem Pulsschlag oder der Atmung angepasst und wird oft durch Erkrankungen der Blutgefäße verursacht. Wie sich diese diagnostizieren und behandeln lassen, ist ein Themenschwerpunkt von neuroRAD 2010, teilt die DGNR mit.

"Mithilfe bildgebender Verfahren können wir Neuroradiologen nicht nur die Ursachen für einen pulssynchronen Tinnitus erkennen. In vielen Fällen behandeln wir die Patienten auch minimal-invasiv", erklärt Professor Erich Hofmann, Tagungspräsident und Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Klinikum Fulda. Das gelte vor allem für Gefäßfehlbildungen, sogenannte arteriovenöse Kurzschlüsse, in der Nähe des Ohres. "Das rhythmische Pochen und Fauchen des Geräusches kann die Patienten stark belasten. Gelegentlich sind solche Gefäßfehlbildungen richtig gefährlich und müssen dringend behandelt werden. Manchmal findet man jedoch auch nur harmlose Anomalien. Mit dieser beruhigenden Diagnose ist den Patienten dann auch schon sehr geholfen", so Hofmann.

Die Teilnehmer der 45. DGNR-Jahrestagung können sich zudem über Innovationen im Bereich der Kontrastmittel, Erkrankungen der Schädelbasis und Bildgebungsverfahren bei Schwindelsymptomen informieren. "Wir möchten alle Neuroradiologen und Radiologen aus Klinik und Praxis ansprechen, aber auch die Kollegen benachbarter Fächer wie Neurologen, Neurochirurgen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte", betont Hofmann im Vorfeld von neuroRAD. Fortbildungsveranstaltungen zu Kernthemen des klinischen Alltags werden von Vorträgen und einer Posterausstellung zu aktuellen Erkenntnissen aus der Forschung ergänzt. Mit einem speziellen Kongressprogramm wendet sich neuroRAD zudem gezielt an die radiologisch-technischen Assistenten.

www.neurorad.de

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