Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Mit Gotteshilfe gegen Stress

Kann das Denken an Gott eine Strategie zur Stressbewältigung sein?

Mit Gotteshilfe gegen Stress

Weniger Stress dank Gott? Bei Gläubigen funktioniert das offenbar.

© Sue Colvil / fotolia.com

TORONTO (hub). Wer an Gott denkt, hat weniger Stress, hat eine Studie ergeben. Doch das gilt nur für Gläubige. Bei Atheisten haben Gedanken an Gott den gegenteiligen Effekt.

In den Experimenten haben Forscher aus dem kanadischen Toronto Gläubige zunächst über Gott und ihre Religion schreiben lassen. Anschließend wurden ihnen Aufgaben gestellt, die von den Schwierigkeiten her so waren, dass die Teilnehmer Fehler machen mussten. Gleichzeitig wurden die Hirnströme gemessen und mit den Experimenten verglichen, in denen zuvor nicht über Religion geschrieben wurde.

Die Ergebnisse: Durch das Denken an Gott wurde die Aktivität im anterioren cingulären Kortex (ACC) vermindert - im Vergleich zu jenen Hirnaktivitäten, wenn zuvor nicht an Gott gedacht wurde. Im ACC werden auch die körperliche Erregung und die Alarmfunktionen des Körpers reguliert - etwa bei Gefahren oder auch Fehlern, schreibt die amerikanische Vereinigung für psychologische Wissenschaften.

Die Forscher folgern daraus, dass bei Gläubigen das Denken an Gott eine Form der Stressbewältigung sein könne. Sie blieben so in Stresssituationen oder wenn sie Fehler machten, gelassener. Bei Atheisten hingegen wirke das Denken über Gott und Religion stressverstärkend: Bei ihnen nahm die Aktivität im anterioren cingulären Kortex nämlich deutlich zu.

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