Ärzte Zeitung, 26.04.2011

Proteine entdeckt, die die Myelinbildung an Axonen steuern

MAINZ (eb). Wissenschaftler der Uni Mainz haben einen wichtigen Mechanismus entdeckt, der die Bildung der Myelinscheide an den Axonen von Neuronen beeinflusst. Wird dieser Mechanismus absichtlich ausgeschaltet, funktioniert der Transport von Myelinbausteinen nicht mehr normal.

Die Forscher haben zeigen können, dass der Transport des wichtigsten Proteins für den Bau der Myelinschichten, das Proteolipid-Protein (PLP), von zwei anderen Proteinen kontrolliert wird: VAMP3 und VAMP7. Diese beiden Proteine steuern offensichtlich in den Oligodendrozyten, die die Myelinscheide bilden, gezielt Transportprozesse.

Diese sind für den Aufbau der Myelinscheide wichtig. Wurden VAMP3 und VAMP7 in einer Zellkultur ausgeschaltet, dann war der Transport von PLP deutlich verringert - und zwar am stärksten, wenn beide Proteine gleichzeitig entfernt wurden.

Die Forscher hoffen, dass ein besseres Verständnis der Myelinbildung künftig dazu beitragen wird, neue regenerative Therapien für demyelinisierende Erkrankungen wie Multiple Sklerose zu entwickeln, heißt es in einer Mitteilung der Uni Mainz.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Handhygiene in der Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfektionen bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »

Tipps zur COPD-Diagnostik

Viele COPD-Patienten werden als solche gar nicht erkannt, bei anderen wird die Diagnose vorschnell gefällt. Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags erinnern wir an die neuen deutschen Leitlinien und grundlegende Änderungen. mehr »

Medikationspläne oft nicht genutzt

Medikationspläne – zumindest frei erstellte – verbessern die Arzneimittel-Therapiesicherheit wohl nicht wie erhofft. Das legt nun eine Studie der Uni Greifswald nahe. mehr »