Ärzte Zeitung online, 01.08.2011

Psychologische Notfalltherapie soll Pflicht werden

KÖLN (iss). In der ambulanten Psychotherapie muss es eine Pflicht zur Notfallbehandlung bei psychischen Krisen geben. Das forderte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag Dr. Stefan Romberg.

"Bei jedem Arzt werden Patienten mit akuten gesundheitlichen Problemen direkt behandelt. Das muss auch in psychotherapeutischen Praxen möglich sein", sagt Romberg, selbst Arzt für Nervenheilkunde und ärztlicher Psychotherapeut.

Menschen mit akuten psychischen Problemen hätten ein Recht darauf, dass sie in einem Erstgespräch Orientierung bekommen und der Therapeut den weiteren Behandlungsverlauf skizziert, betont er. Schließlich vergingen zwischen dem Erstgespräch und der Aufnahme der Therapie nochmals rund zwölf Wochen.

Nach Einschätzung Rombergs sollte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) zügig mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen für eine Verbesserung der Situation sorgen.

Die erheblichen regionalen Unterschiede bei der psychotherapeutischen Versorgung müssten ausgeglichen, die zum Teil extremen Wartezeiten reduziert werden. "Menschen mit Depressionen, Angst- oder Essstörungen dürfen keine Patienten zweiter Klasse sein."

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