Ärzte Zeitung online, 20.09.2011

Soziale Phobien bei Jugendlichen weit verbreitet

FRANKFURT AM MAIN (eb). Soziale Phobien sind bei Heranwachsenden zwischen 14 und 20 Jahren verbreitet, so das Ergebnis einer Studie der Universität Frankfurt am Main.

Dafür wurden mehr als 600 Jugendliche gefragt, ob sie Ängste vor Menschen haben oder vor Situationen, in denen Leistung erwartet wird. Bei 13 Prozent ergaben sich Hinweise auf eine soziale Phobie.

Mit 10,6 Prozent gegenüber 17 Prozent ist der Anteil "hoch-sozial-ängstlicher" Schüler auf dem Land geringer als in der Stadt. In dieser Gruppe sind Mädchen mit 59 Prozent stärker vertreten als Jungen; Unterschiede zwischen Schulformen gab es nicht.

"60 Augenpaare starren mich an, wenn ich an der Tafel was erklären muss. Das halte ich nicht aus, am liebsten würde ich abhauen", so ein Fünfzehnjähriger.

Hohes Risiko für Schulabbruch

Folge ist das Vermeiden von Begegnungen und Herausforderungen sowie ein hohes Risiko für Schulabbruch. Zudem haben die Jugendlichen Schwierigkeiten mit Freundschaften und später im Beruf. Die Befragung liefert Anhaltspunkte für die Therapie.

In einer großen Studie werden nun zwei gängige Verfahren verglichen. Dafür sucht die Goethe-Universität noch junge Teilnehmer mit Symptomen einer sozialen Phobie.

Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: 069 / 798-2 39 81, krebs@psych.uni-frankfurt.de

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