Ärzte Zeitung, 04.04.2012

Hängt Schwindel an der Schlafposition?

Noch immer rätselt man, was den benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPPV) hervorruft. Jetzt haben Forscher eine neue Spur gefunden - nämlich in der Schlafposition der Patienten.

Von Christine Starostzik

Hängt Schwindel an der Schlafposition?

Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Kopfposition während des Schlafs und den Abläufen in den knöchernen Bogengängen beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel zu geben.

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NEU-ISENBURG. Zur Pathophysiologie des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels (BPPV) sind inzwischen einige Fakten bekannt, bis ins Detail sind sie jedoch bis heute nicht verstanden.

So rätselt man noch über den genauen pathophysiologischen Mechanismus, der der Otolithenbewegung zugrunde liegt.

Schon frühere Studien schienen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Kopfposition während des Schlafs und den Abläufen in den knöchernen Bogengängen beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel zu geben.

Ziel der prospektiven südkoreanischen Studie war es, die Vorgänge an einer größeren Kohorte zu untersuchen (The Laryngoscope 2012; 122: 873 - 876).

Die meisten der Patienten begaben sich innerhalb der ersten sieben Tage nach Symptombeginn in Behandlung. Alle 342 Teilnehmer gaben an, auf welche Seite sie ihren Kopf beim Einschlafen bevorzugt legten. Sie konnten wählen zwischen: in Rückenlage gerade, rechts, links oder ohne Vorliebe.

Unter den Probanden befanden sich 174 Patienten mit gutartigem Lagerungsschwindel des posterioren Bogengangs (p-BPPV) und 168 Patienten mit einem BPPV des horizontalen Bogengangs (h-BPPV).

Viele schlafen auf dem betroffenen Ohr

Die Diagnostik erfolgte nach den Leitlinien der American Academy of Otolaryngology - Head and Neck Surgery.

Während des Schlafs bevorzugten 62,6 Prozent der Patienten eine seitliche Lagerung, 24 Prozent schliefen auf dem Rücken mit gerader Kopfposition, 13,4 Prozent hatten keine Lieblingsschlafstellung. Bei der Seitenlage waren die Vorlieben für die Richtung nahezu gleich verteilt.

Auffallend war, dass sich von den 105 Patienten mit Seitenlagepräferenz, bei denen ein p-BPPV diagnostiziert worden war, 81 am liebsten auf das betroffene Ohr legten.

Gleiches zeigte sich für Patienten mit h-BPPV, sowohl für die Probanden mit horizontalem Nystagmus zum unten liegenden Ohr (31/44), als auch für jene Variante zum oben liegenden Ohr (52/65).

Das Fazit der Autoren: Aus der Tatsache, dass Patienten mit paroxysmalem Lagerungsschwindel nachts überwiegend auf dem jeweils betroffenen Ohr schlafen, könnten sich weitere Anhaltspunkte hinsichtlich der Pathophysiologie des Krankheitsbildes ergeben, so die Autoren.

Im Rahmen weiterer klinischer Studien können möglicherweise prophylaktische Maßnahmen entwickelt werden, mit denen durch Beibehalten oder Verändern von Schlafpositionen ein erneutes Auftreten des BPPV verhindert werden kann.

Quelle: www.springermedizin.de

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