Ärzte Zeitung, 03.06.2013
 

Genomweite Assoziationsstudie

"Bildungsgene" entdeckt

MÜNSTER. Bestimmt die Genetik den Bildungserfolg mit? Forscher einer internationalen Studie haben einen direkten Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Genvarianten nachgewiesen, teilt die Uni Münster mit.

Einen Anlass zu Fatalismus lieferten die Ergebnisse aber nicht: Der positive Effekt jeder der drei vom Wildtyp abweichenden Genvarianten, die mit dem Bildungserfolg zusammenhängen, sei sehr klein und entspreche jeweils nur rund einem Monat längerer Schulbildung (Science 2013; online 30. Mai).

Es handelt sich um genomweite Assoziationsstudien mit 126.559 Individuen. In der internationalen Studie wurde zunächst nach statistischen Zusammenhängen zwischen Genvarianten der Teilnehmer und ihrem Bildungserfolg gesucht. Bildung wurde dabei durch zwei Variablen erhoben, zum einen durch die Zahl der Schuljahre und andererseits durch einen erreichten Hochschulabschluss.

Ergebnisse im zweiten Schritt unabhängig bestätigt

Insgesamt umfassten die 42 Studien der ersten Analysephase mehr als 100.000 Menschen, von denen 95 Prozent 30 Jahre und älter waren. Durchschnittlich hatten die untersuchten Personen 13,3 Jahre des Bildungserwerbs hinter sich und 23,1 Prozent hatten einen Hochschulabschluss.

Variationen an zwei Stellen im genetischen Code hingen signifikant mit dem Erreichen eines Hochschulabschlusses zusammen, bei einer anderen genetischen Variante bestand ein signifikanter Zusammenhang mit den Schuljahren. Dieser war unabhängig vom Geschlecht oder von der Herkunft aus bestimmten Regionen.

Die Ergebnisse wurden in einem zweiten Analyseschritt an 25.000 Teilnehmern aus weiteren zwölf Studien unabhängig bestätigt. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »