Ärzte Zeitung, 11.06.2013

Leitartikel

Psychisch Kranke - diskriminiert mit tödlichen Konsequenzen

Psychisch Kranke leben kürzer als die Allgemeinbevölkerung. Was in Nordeuropa festgestellt wurde, bestätigt nun eine australische Studie. Ein erhöhtes Suizidrisiko ist nicht der Grund, eher die schlechte Versorgung bei körperlichen Leiden.

Von Peter Leiner

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Psychisch Kranke nicht genug im Blick.

© Getty Images/iStockphoto

"Wir hören immer noch nicht damit auf, die Bedürfnisse von Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen nach körperlicher Gesundheit zu missachten, und wir handeln so, als seien diese Patienten weniger wert."

Zu diesem Urteil kommt der Psychiater Professor Graham Thornicroft vom King's College in London aufgrund der Ergebnisse einer australischen Studie über vorzeitigen Tod bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen.

In dieser Studie wurde die Lebenserwartung zwischen 1983 und 2007 bei fast 300.000 Menschen ermittelt, die in diesem Zeitraum in irgendeiner Form psychiatrisch versorgt worden waren (BMJ 2013;346:f2539).

Knapp 47.700 Patienten starben in diesen zwei Dekaden - eine lang bekannte Diskrepanz wurde bereits 1951 erstmals aufgrund einer norwegischen Untersuchung der internationalen Leserschaft unterbreitet und in der Folge immer wieder angemahnt.

Wie die australischen Gesundheitsforscher um Professor Stephen Kisely aus Brisbane berichten, stieg die Lebenserwartung ...

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