Ärzte Zeitung, 21.05.2014

Neue Erkennntis

Schlaf beeinflusst Hirn

Ein Forschungsprojekt hat wichtige Erkenntnisse über die Auswirkungen von Schlaf auf die funktionelle Architektur des Gehirns gewonnen. Die Ergebnisse könnten die Neuroforschungspraxis grundlegend beeinflussen.

FRANKFURT / MAIN. Die Studie einer Forschergruppe der Universitätsklinik Frankfurt belegt, dass sich die Kommunikation zwischen den verschiedenen Hirnarealen ändert, wenn man einschläft (Neuron 2014, 82 (3): 695-708).

Diese Erkenntnis stellt die aktuell übliche Praxis von Hirnuntersuchungen im Ruhezustand in Frage, teilt die Uniklinik Frankfurt mit.

Dabei werde die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) dazu genutzt, die Arbeitsweise des Gehirns von Patienten mit der von gesunden Kontrollpersonen zu vergleichen.

Bisher wurden die Unterschiede zwischen diesen Gruppen als mögliche Indikatoren einer Erkrankung interpretiert. Allerdings schlafen viele Menschen innerhalb weniger Minuten ein, wenn sie in einem Magnetresonanztomografen untersucht werden. Die neuen Forschungserkenntnisse zeigen, dass auch der Schlaf- oder Wachzustand bereits für Differenzen der Hirnfunktion verantwortlich sein kann.

"Die Ergebnisse werfen ein ganz neues Licht auf die bestehenden Hirnuntersuchungen im Ruhezustand mithilfe der fMRT", werden die verantwortlichen Forscher Enzo Tagliazucchi von der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Frankfurt und PD Dr. Helmut Laufs, inzwischen tätig an der Kieler Klinik für Neurologie am Uniklinikum Schleswig-Holstein, in der Mitteilung zitiert.

Relevant sind diese Erkenntnisse für die Forschung zu zahlreichen Erkrankungen, wie etwa Epilepsie, (Reorganisation nach) Schlaganfall, Multiple Sklerose, Alzheimer-Demenz oder Schizophrenie.. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »