Ärzte Zeitung App, 23.09.2014

Regionale Blockade

Anästhesie mit Ultraschall bald Standard?

Der hochauflösende Ultraschall hat die Präzision der Regionalanästhesie maßgeblich erhöht und etabliert sich zunehmend als Standard.

BERLIN. Der Einsatz moderner, hochauflösender Ultraschallgeräte sollte sich als Standard zur Nervenlokalisation in der peripheren Regionalanästhesie etablieren, lautet eine Handlungsempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI). Anästhesisten können mit Ultraschall die zu blockierenden Nerven gezielt lokalisieren und betäuben.

Das Verfahren habe zu einem Paradigmenwechsel im Arbeitsalltag der Anästhesisten geführt. Aktuell werde dazu eine S1-Leitlinie erarbeitet, teilt die DGAI mit.

Etwa 10 bis 30 Prozent aller Anästhesieverfahren seien periphere Nervenblockaden oder eine Kombination mit einer Allgemeinanästhesie. Demnach würden etwa zwei bis vier Millionen Nervenblockaden jährlich in Deutschland durchgeführt.

Für den Patienten hat eine Regionalanästhesie viele Vorteile. Herz-Kreislauf-System und Atemwege werden weniger belastet, Nebenwirkungen einer Allgemeinanästhesie wie Erbrechen, Übelkeit und Benommenheit entfallen, der Patient erholt sich schneller und sei früher mobil, so die DGAI.

Auch nach der Op könne die Schmerzausschaltung durch Anlage eines Katheters mit einer vom Patienten kontrollierten Schmerzmittelgabe verlängert werden. Mit Ultraschallgestützter Nervenlokalisation ließe sich im Vergleich zur herkömmlichen elektrischen Nervenstimulation zudem eine schnellere und längere Schmerzausschaltung mit weniger Narkosemittel erzielen.

Da die Studienlage keine evidenzbasierte Empfehlung zu Bedeutung, Nutzen und Einsatz der Verfahren zulässt, haben wissenschaftliche Arbeitskreise eine gemeinsame Empfehlung veröffentlicht. (eb)

www.dgai.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »