Ärzte Zeitung, 21.11.2014

Signalweg

Wie das Gehirn das Fettgewebe kontrolliert

BONN. Das Gehirn steuert nicht nur den Appetit, sondern auch den Energieverbrauch. Ein internationales Forscherteam hat nun den Signalweg entschlüsselt, wie die Uni Bonn mitteilt.

Werden die Enzyme PI3Kbeta und PI3Kgamma gehemmt, wandeln sich energiespeichernde weiße Fettzellen in energieverzehrende braune Fettzellen um. Die Forscher sehen darin einen Ansatzpunkt zur Behandlung der Fettleibigkeit (Science Signaling 2014; 7(352): ra109).

Hatten sie bei Mäusen die Gene für diese beiden Enzyme stummgeschaltet, wurden weiße Fettzellen in braune umgewandelt. Die Mäuse verloren binnen zehn Tagen rund zehn Prozent ihrer Fettmasse. Dasselbe passierte, wenn PI3Kbeta und PI3Kgamma mit Wirkstoffen unterdrückt wurden.

Die Forscher fanden, dass die Enzyme über den Melanocortin-4-Rezeptor im ZNS wirken. Ist seine Signalkette gestört, kommt es bei Menschen und Mäusen zu starkem Übergewicht, und zwar dadurch, dass der Sympathikus und damit Stressreaktionen wie Herztätigkeit, Durchblutung, Stoffwechsel und Fettverbrennung gehemmt werden.

Bei Kälte etwa wird verhindert, dass über Stresshormone vermehrt braune Fettzellen entstehen, die als Heizaggregate die Körpertemperatur stabilisieren. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »