Ärzte Zeitung online, 07.04.2015

Germanwings-Absturz

Notfallpsychologin berühren Schicksale persönlich

DÜSSELDORF. Das Leid der Hinterbliebenen der Opfer des Flugzeugabsturzes in Frankreich nimmt die zuständige Notfallpsychologin auch persönlich mit.

"Natürlich hinterlässt das Leid, das mir begegnet ist, Spuren - auch bei mir. Sonst wäre ich aber auch gar nicht authentisch", sagte Sabine Rau im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Rau leitet und koordiniert die psychologische Betreuung der Angehörigen seit vergangenem Dienstag. Sie ist mit ihrem Team für die Betroffenen da.

Die Schicksale der Menschen berührten sie sehr, sagte die 36-Jährige. Ihre Familie helfe ihr, im Privatleben damit umzugehen.

An ihrer Arbeit schätzt Rau, dass sie besonderen Menschen begegnen könne. "Ich habe keinen Bürojob. Ich bin Mensch zu Mensch."

Wenn Rau eine Alarmierung erhält, weiß sie meist gar nicht, was eigentlich los ist. "Dann wird man in eine Situation reingeworfen", erzählt sie.

Die größte Herausforderung der vergangenen Tage war die Anforderungsfülle ihrer Arbeit. Da komme auch sie an ihre Grenzen. "Man übernimmt Management im absoluten Chaos", sagt Rau. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

Krebspatienten, die zusätzlich unbewiesene Heilverfahren nutzen, verschlechtern wohl ihre Überlebenschance. Die Erklärung ist nicht in der Komplementärmedizin selbst zu suchen. mehr »

Kurskorrektur in der Alzheimerforschung?

Offenbar entzieht sich das Gehirn bei Morbus Alzheimer dem Immunsystem. Checkpoint-Hemmer aus der Krebstherapie könnten dies verhindern. Bei Mäusen klappt das schon. mehr »

Carvedilol für alte Diabetiker? Besser nicht!

Erhalten pflegebedürftige Diabetiker nach Herzinfarkt einen "diabetikerfreundlichen" Betablocker, sinkt zwar die Gefahr von Hyperglykämien. Ins Krankenhaus müssen sie trotzdem häufiger. mehr »