Ärzte Zeitung, 25.02.2016

Epileptische Anfälle

Extremen Ereignissen auf der Spur

Wie entstehen epileptische Anfälle? Ein Modell der Universitäten Bonn und Oldenburg könnte diese Frage beantworten.

BONN/OLDENBURG. Physiker der Universitäten Bonn und Oldenburg haben ein Modell entwickelt, dessen Verhalten - obwohl es auf strengen Regeln basiert - sich scheinbar spontan ändern kann. Auch in der Natur kommt es häufig zu derartigen Wechseln, etwa bei der Entstehung von Migräne-Attacken oder epileptischen Anfällen.

 Der von den Forschern beschriebene Mechanismus könnte dazu beitragen, Extremereignisse wie diese besser zu verstehen, teilen die Unis mit. Die Arbeit erscheint in Kürze im Fachmagazin "Physical Review X", ist aber bereits online abrufbar unter: arXiv:1602.02177.

Die Software, die in der Klinik für Epileptologie am Bonner Uniklinikum ihre Ergebnisse auf den Computerschirm malt, zeigt: Scheinbar aus dem Nichts heraus, in völlig unvorhersagbaren Abständen, wechselt das zugrunde liegende Modell seine Dynamik.

Das Erstaunliche daran: Es gehorcht eigentlich einfachen Regeln, die dennoch so etwas wie Zufall erzeugen. Das Modell ist ein Geflecht von vielen tausend Einzelelementen, den Knoten. Diese sind miteinander vernetzt - sie können also miteinander kommunizieren und einander beeinflussen. Sie sprechen nicht nur mit Nachbarn, sondern auch mit einigen weit abgelegenen Knoten. Wissenschaftler sprechen von einem "Small-World"-Netzwerk. Ganz ähnlich kommunizieren auch die Nervenzellen im Gehirn miteinander. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »