Ärzte Zeitung, 09.11.2016

Neuer Therapieansatz?

So lässt sich Selbstkontrolle stärken

DÜSSELDORF. Neue Forschungen an der Uni Zürich und der Uni Düsseldorf zeigen, dass Selbstkontrolle durch Mechanismen zur Überwindung von Selbstzentriertheit verstärkt werden kann. Dies eröffnet neue Therapieansätze, teilt die Universität Düsseldorf mit.

In der Studie trafen Testpersonen zwei Arten von Entscheidungen: Sie wählten zwischen einer kleineren, sofort verfügbaren finanziellen Belohnung oder einer größeren Belohnung in der Zukunft, sowie zwischen einer Belohnung nur für sie selbst, oder einer Belohnung, die zwischen ihnen und einer anderen Person geteilt wurde, heißt es in der Mitteilung.

Die Forscher deaktivierten mithilfe nicht-invasiver Hirnstimulation die temporo-parietale Grenze, eine Region an der hinteren Außenseite des Gehirns (Science Advances 2016; 2(10): e1600992).

Nach Ausfall dieser Hirnregion tendierten Probanden zu Entscheidungen, die impulsiver (zum Beispiel die Wahl der sofortigen Belohnung) und selbstsüchtiger (zum Beispiel die Wahl des ausschließlich eigenen Nutzens) waren, und sie konnten schlechter die Perspektive anderer Personen einnehmen.

Der Zusammenhang zwischen dem Vermögen, Geduld auszuüben und der Fähigkeit, die Perspektive Anderer einzunehmen wirft ein neues Licht auf die psychologischen und neurobiologischen Gründe der Selbstkontrolle. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »