Ärzte Zeitung online, 09.10.2017

Welt-Psychiatrie-Kongress

Psychiatrie kommt in der Arztausbildung zu kurz!

BERLIN. Hausärzte und Fachärzte für organische Krankheiten bekommen meist mehr psychisch Kranke zu sehen als Psychiater und Nervenärzte. Daher sollten sie über gute psychiatrische Kenntnisse verfügen, forderten Psychiater jetzt auf ihrem Weltkongress in Berlin.

Professor Sir Simon Wessely vom Kings's College in London berichtete über eine eigene Untersuchung an seiner Klinik, in der somatische Fachärzte bei mehr als der Hälfte der Neuzugänge keine Ursachen für die Beschwerden fanden. Wenn man bedenke, dass ein Kardiologe um die 30 Patienten in der Woche neu zu Gesicht bekomme, und davon etwa die Hälfte keine körperlichen Auffälligkeiten zeige, sei davon auszugehen, dass Kardiologen jede Woche mehr neue Patienten mit psychischen Störungen in der Praxis hätten als niedergelassene Psychiater, die pro Woche oftmals nur drei bis vier Neuzugänge begrüßten, so der Präsident des Royal College of Psychiatrists. Wessely forderte daher eine bessere Verzahnung der Psychiatrie mit anderen Disziplinen, etwa über psychiatrische Konsile in Allgemeinkrankenhäusern sowie eine stärkere Einbindung der Psychiatrie in die Ausbildung von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegepersonal. (mut)

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[10.10.2017, 01:08:33]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Bitte auf dem Teppich bleiben!
1. Nur weil die Kardiologen die meisten Patienten unnötig untersuchen, müssen doch nicht die meisten Patienten psychiatrische Fälle sein!

2. Es gibt vermutlich keine einzige medizinische Spezialisierung, die sich nicht für besonders wichtig hält und bei der medizinischen Ausbildung unterrepräsentiert fühlt.

3. Wenn die (deutschen) Psychiater weniger Zeit für Psychotherapie verwenden würden, dann hätten sie auch mehr Zeit für psychiatrische Patienten.  zum Beitrag »

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