Ärzte Zeitung, 27.02.2004

Sind Patienten im Wachkoma stark depressiv?

MÜNCHEN (wst). Möglicherweise haben Wachkoma-Patienten Depressionen mit seelischen Höllenqualen, ohne daß sie sich aktuell mitteilen oder später daran erinnern können.

Dies hält der niedergelassene Psychiater Privatdozent Albert Zacher aus Regensburg für möglich. Zacher stützt sich dabei auf Beobachtungen, wonach Wachkoma-Patienten oft eine ähnliche Mimik wie stark depressive Patienten haben.

Bislang gebe es aber keine Möglichkeit, Depressionen bei solchen Patienten eindeutig zu erkennen, sagte Zacher bei einer vom Unternehmen Hexal unterstützten Veranstaltung in München. So sind beispielsweise keine typischen EEG-Muster bekannt, die einen seelisch leidenden Wachkoma-Patienten identifizieren könnten.

Methoden, Depressionen bei Wachkoma-Patienten zu diagnostizieren, müßten noch entwickelt werden. Es sei daher zu überlegen, ob nicht schon auf Verdacht eine Behandlung der Patienten mit Antidepressiva gerechtfertigt ist, sagte der Psychiater aus Regensburg.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »