Ärzte Zeitung, 03.05.2004

Europaweites Programm gegen Depression startet

MÜNCHEN (sto). Um europaweit die Versorgung von Menschen mit Depressionen zu verbessern, ist jetzt von der EU-Kommission das Interventionsprogramm "European Alliance Against Depression" (EAAD) gestartet worden. Vorbild ist das "Nürnberger Bündnis gegen Depression".

Ähnlich wie beim "Nürnberger Bündnis gegen Depression", bei dem es in Nürnberg innerhalb von zwei Jahren zu einer Verringerung von Suizidversuchen und Suiziden um 20 Prozent kam, sollen jetzt in 16 europäischen Ländern von Ungarn bis Portugal und von Island bis Italien Interventionsprogramme ins Leben gerufen werden. Dies hat der Sprecher des Kompetenznetz Depression, Professor Ulrich Hegerl, auf einer Veranstaltung des Kompetenznetzes in München berichtet.

Beim "Nürnberger Bündnis gegen Depression" wurden 2001 und 2002 außer Hausärzten und Betroffenen auch Multiplikatoren wie Pfarrer, Lehrer oder Polizeibeamte sowie die Öffentlichkeit über die Symptome der Depression und über Therapien informiert. Ziel war es, ein Bewußtsein dafür zu schaffen, daß die Depression eine schwere und potentiell tödliche Erkrankung ist, gegen die es jedoch Therapien gibt, sagte Hegerl. Nach dem Ende des Nürnberger Interventionsprogramms wurden in zwölf deutschen Regionen ähnliche Aktivitäten gestartet.

Von der europaweiten Ausdehnung des Programms erhofft sich Hegerl neue Erkenntnisse darüber, in welchem Maße Öffentlichkeitsarbeit Suizide verhindern kann. Die Europäische Kommission fördert das Programm in den ersten 18 Monaten mit mehr als 650 000 Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »